Allgemein

Wissenschaftliches Forum Cultures of a Postmigrant Society, Include! Talking and acting back from the margins am 30. & 31. Oktober 2017 im Theater im Zentrum (Theater der Jugend) und im Volkstheater in Wien

 

Diversität ist in Wien Realität. In besonderem Maß trifft das auf Kunst und Kultur zu, da in Wien viele Theatermacher_innen, Musiker_innen, Schriftsteller_innen usw. mit Migrations- und Fluchtgeschichte leben und arbeiten. Einrichtungen, Organisationen und Veranstaltungen, die der Diversität im Bereich von Kunst und Kultur Rechnung tragen, sind hingegen vergleichsweise dünn gesät. Aus diesem Grund hat sich vor circa drei Jahren die Gruppe Postmigrantische Kulturpraxis gegründet, deren Mitglieder einen großen Teil des institutionalisierten postmigrantischen Kulturfeldes abbilden.

Das für zwei Tage anberaumte Forum Cultures of a Postmigrant Society, Include! stellt die gegenwärtig marginalisierte künstlerische und kulturelle Praxis von Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung in den Mittelpunkt. Das wissenschaftliche Forum setzt sich zum Ziel, diese Praxis sichtbar zu machen und Diskussionsraum für folgende thematische Schwerpunkte zu eröffnen:

  • Partizipative Prozesse und Vernetzung,
  • Künstlerische und kulturelle Praxis &
  • Analyse von Exklusionsmechanismen.

Das zweitägige Forum setzt sich aus einer transdisziplinären wissenschaftlichen Perspektive mit der Kunst- und Kulturproduktion in der postmigrantischen Gesellschaft auseinander und will Raum für die Vernetzung von Akteur_innen des Kulturbereichs schaffen. Durch Keynote-Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, weitere wissenschaftliche Inputs sowie Publikumsdiskussionen soll Wissen generiert, reflektiert und perspektiviert werden.

Die Ergebnisse des wissenschaftlichen Forums werden von Studierenden des Instituts für Theater- Film und Medienwissenschaft der Universität Wien in einer Ausgabe der Zeitschrift GIFT verschriftlicht und diskutiert. In diesem Heft werden auch weitere Statements und Vorträge der Konferenz veröffentlicht. Die Publikation wird mehrsprachig sein.

 

Die Veranstalter_innen des Forums sind:

Mag. Petja Dimitrova (Akademie der bildenden Künste), Aslı Kıslal & Anna Schober (diverCITYLAB, daskunst), PD Mag. Dr. Birgit Peter, Julia Defrancesco & Gabriela Kielhorn (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien), Dr. Walter Rohn (Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), Mag. Anne Wiederhold-Daryanavard, Mag. Ivana Pilić & Dilan Sengül (Kunst-Sozial-Raum Brunnenpassage/ alle Gruppe Postmigrantische Kulturpraxis), das Theater der Jugend Wien und das Volkstheater Wien

Unser besonderer Dank geht an folgende Fördernde und Unterstützende: Abteilung II/7 des Bundeskanzleramts, Union des Théâtres de l’Europe/ Europäische Theaterunion (UTE), ÖH der Universität Wien & IG Freie Theaterarbeit

 

Programm

 

Montag 30.10.2017: Theater im Zentrum und Volkstheater

Theater im Zentrum (Liliengasse 3, 1010 Wien)

10:00 Eröffnung des Forums durch Aslı Kıslal & Petja Dimitrova (für die Gruppe Postmigrantische Kulturpraxis), Birgit Peter (für das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien) & Gerald M. Bauer (für das Theater der Jugend)

10:30–12:00 Keynote-Vortrag 1: Radostina Patulova (Wien): Missverstehen Sie mich bitte richtig! Über die Debatten, Politiken, Akteure und Praxen der (post)migrantischen Kunst- und Kulturproduktion in Österreich seit den 1990er Jahren & anschließend Diskussion

12:00–13:30 Pause

Volkstheater (Arthur-Schnitzler-Platz 1, 1070 Wien)

13:30–16:30 Zufluchts-Stadttheater/ Sanctuary City Theatre

Keynotes und gemeinsame Diskussion (in englischer Sprache) in der Roten Bar des Volkstheaters mit Ayham Majid Agha (Schauspieler, Regisseur & Autor/ Exil Ensemble des Gorki Theaters, Berlin), Rafat Al Zakout (Regisseur/ Collective Ma’louba), Jessica Glause (Regisseurin/ Bayerische Staatsoper München & Open Border Ensemble der Münchner Kammerspiele), Krystel Khoury (Dramaturgin/ Open Border Ensemble der Münchner Kammerspiele) & Tina Leisch (Text- und Theaterarbeiterin/ Die Schweigende Mehrheit, Wien)

Moderation: Gin Müller

Mit Unterstützung der Union des Théâtres de l’Europe/ Europäische Theaterunion (UTE)

 

17:00–18:00 Stadtspaziergang (vom Volkstheater zurück zum Theater im Zentrum):

Auf den Spuren marginalisierter kultureller Praxis – ein historisch-kritischer Stadtspaziergang. Zusammengestellt von Susanne Art, Andre Ho, Helga Scheichelbauer, Laura Werner & Eva Wolfesberger (Studierende des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien).

Theater im Zentrum

18:30–20:30 Podiumsdiskussion mit Repräsentant_innen der migrantischen Kulturarbeit bzw. der postmigrantischen Kulturpraxis von den 1990er Jahren bis zur Gegenwart

Teilnehmer_innen: Aslı Kıslal (diverCITYLAB, daskunst), Rubia Salgado (Kollektiv/ Linz), Houchang Allahyari (Filmregisseur) & simon INOU (Journalist, Medienaktivist & Hg. des Magazins fresh)

Moderation: Ivana Pilić

Volkstheater

Ab 22:00 Networking-Party in der Roten Bar des Volkstheaters/ Musik: Phunkmafia (Hubert Tubbs: Gesang, Uwe Felchle: Bass, Nikola Stanosevic: Keyboards, Thomas Palme: Gitarre & David Halasz: Drums)DJane Emily Escobar

                             

                               

Dienstag 31.10.2017: Theater im Zentrum

10:30–12:00 Keynote-Vortrag 2: Tunay Önder (Migrantenstadl/ München): „Ain’tegration. Work in Progress“ – eine Lecture-Performance & anschließend Diskussion

12:00–13:30 Pause

13:30–16:30 Workshops

Petja Dimitrova & Daniela Koweindl/ Workshop 1: Die Kulturpolitik, das Postmigrantische und die Grenzregime.

Kunst und Kultur für, von und mit MigrantInnen ist eine alte Forderung von migrantischen und solidarischen Kulturschaffenden. Das bedeutet Teilhabe und Gestaltung auf allen Ebenen: Öffnung und Zugang zu Kulturhäusern, zu Fördermaßnahmen, zu Stipendien und Preisen, die Beteiligung an Jurys, Gremien und Entscheidungsposten, gute soziale Rechte, faire Bezahlung, Bewegungsfreiheit u.v.m. Heute ist manches davon erreichtvon migrantischen und solidarischen Kulturschaffenden erkämpft –, allerdings auch noch sehr viel zu tun.  Aber wie weiter (gemeinsam) arbeiten unter einer Tendenz zu rechtsautoritärer Politik? 

Wie greift das verschärfte Grenzregime Europas in die Existenz und in die Kulturproduktion von KollegInnen ohne EUPass ein? Was sind Fragen und Forderungen an die (Kultur)Politik, um als KulturproduzentIn in einer postmigrantischen Gesellschaft kritisch und solidarisch zu arbeiten?

Ivana Pilić & Can Gülcü/ Workshop 2: Wie funktioniert Öffentlichkeitsarbeit für postmigrantische Kultur?

Unsere Gesellschaft ist geprägt von der Heterogenität ihrer Mitglieder – ihrer Lebensgrundlagen genauso wie ihrer Haltungen oder Möglichkeiten. Der Kulturbetrieb hingegen nimmt diese Heterogenität scheinbar wenig wahr und die Unterschiedlichkeit der Menschen wird nur selten berücksichtigt. In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit den Fragen:

Wie kann Publikumsarbeit so weiterentwickelt werden, dass mehr und unterschiedliche Menschen damit erreicht werden können?

Wie kann eine strategische Zielgruppenarbeit entwickelt werden, damit kein weiterer Kulturraum entsteht, der von einer relativ homogenen Gruppe an Besuchern_innen frequentiert wird.

Birgit Peter & Aslı Kıslal/ Workshop 3: „Dear artist: I refuse to exotisize myself to increase your cultural capital. Sincerely, the people“ – vom politischen zum postmigrantischen Theater

Für diesen Workshop verwenden wir den leicht veränderten Text* des Graffitis, das sich bei der documenta 14 an vielen Mauern in Athen fand, als Motto. Wir fragen nach den individuellen, vielleicht unbewussten Beweggründen, Projekte von und mit Migrant_innen und Geflüchteten anzuvisieren, und nach den Diskriminierungsfallen, die sich oftmals im wohlmeinenden Engagement verbergen. Weitere Fragen, die wir diskutieren wollen, sind: Wie können Protagonist_innen und Akteur_innen sich vor verallgemeinernden Identitätskonstrukten schützen? Wie können adäquate künstlerisch-ästhetische Zugänge entwickelt werden?

* In dem Text haben wir documenta durch artist ersetzt.

Walter Rohn & Dilan Sengül/ Workshop 4: An der Peripherie oder im Zentrum? Über Räume für postmigrantische künstlerische und kulturelle Praxen in Wien

Im Rahmen des Workshops wollen wir über die Orte, Vereine, Veranstaltungen und potentiellen Förderschienen der postmigrantischen, inter- und transkulturellen Kulturszene in Wien sprechen und darüber diskutieren, wie die staatliche und kommunale Kulturpolitik mit der Frage Peripherie versus Zentrum umgehen soll.

Wir bitten Interessierte, sich bis 29.10.2017 unter birgit.peter@univie.ac.at zu den jeweiligen Workshops anzumelden!

16:30–17:00 Pause

17:00–18:00 Präsentation und Diskussion der Workshop-Ergebnisse

18:00–20:30 Abschließende Podiums- und Publikumsdiskussion zu den Themen:

Gegenwärtige Praxen: Selbstorganisierung, Selbstrepräsentation, Förderpolitiken, Anerkennung, Kämpfe und „Institutionalisierung“

Forderungen und Ausblick: Welche Änderungen sind im Kunst- und Kulturbereich erforderlich, um der Realität der Migrationsgesellschaft zu entsprechen?

Teilnehmer_innen: Anne Wiederhold-Daryanavard (Kunst-Sozial-Raum Brunnenpassage), Galia Baeva (Kültüř gemma), Can Gülcü (UNDOC) & Simonida Selimović (Romatheaterverein Romano Svato)

Moderation: Birgit Peter & Aslı Kıslal

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